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Sparen für die Enkelkinder

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Viele wollen für ihre Enkel das Beste, auch finanziell. Neben Bargeld zu Geburtstagen oder zu besonderen Anlässen möchten Oma und Opa oft langjährig für die Enkel sparen. Doch immer wieder steht man vor demselben Problem. Welche Sparvarianten bieten sich hier an und wie kann ich dafür sorgen, dass eventuell meine Enkelkinder spielerisch investieren lernen?

Es war vor kurzem, als die Corona-Zahlen es wieder zugelassen haben, als meine Frau und ich an einem schönen Sommerabend bei unseren Nachbarn zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen waren. Beide sind mittlerweile im Rentenalter angekommen und es gibt in der Familie Enkelkinder. Im Laufe der Gespräche kam auf, dass der Nachbar gerne für seine Enkelkinder Geld anlegen möchte und im Zuge dessen sich bei seiner Hausbank über Anlagemöglichkeiten für seine Enkel informiert hat. Die Hausbank rat ihm, wie so oft in diesen Fällen, zu einem Investment-Fond den die Bank gerade im Angebot hat.

Warum sollte man gerade bei Hausbanken Vorsicht walten lassen?

Als erstes hat die Bank grundsätzlich ein Interesse Geld zu verdienen und keine Freundschaften zu schließen. Das bedeutet, dass auch der Berater und die komplette Bank durch Erträge finanziert werden müssen. Schon daher gibt es klare Grenzen des Machbaren. Zusätzlich darf man den Druck nicht vernachlässigen, welche Bankberater haben, damit Sie die „richtigen Zahlen“ bringen. Im schlimmsten Fall sind die Berater der Bank Vertriebsmitarbeiter bzw. freiberufliche Mitarbeiter auf Provisionsbasis. Zu schnell wird dem Kunden dann ein falsches oder zu teures Finanzprodukt vermittelt und es gilt: Die höchste Provision gewinnt.

Daher lohnt es sich beim Sparen für die Enkelkinder bzw. für die eigenen Kinder das Finanzprodukt kennen zu lernen und zu verstehen. Schließlich will man nicht die berühmte Katze im Sack kaufen.

Bei Genossenschaftsbanken oder Wohnungsbaugenossenschaften mitverdienen

Als Alternative zu den klassischen Sparbüchern oder Tagesgeldkonten, auf die es zurzeit keine ordentliche Rendite gibt, kann man auch zu Genossenschaftsanteilen greifen.

Durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen wird der Eigentümer der Anteile zu einem Mitglied der Genossenschaft. Die Anteile werden meistens in festen Stückgrößen z.B. 52€ pro Anteil erworben und entsprechen einem Stimmrecht bei Wahlen. Genossenschaften schütten i.d.R. eine jährliche Dividende zwischen 2-5% p.a. aus, die auf der Jahreshauptversammlung festgelegt wird.

Sie gelten als sichere Geldanlage, da Genossenschaften auf hohe Transparenz wertlegen und staatlich überwacht werden. Die Mitbestimmung durch die Mitglieder inklusive.

ETFs – Lass deine Enkel(innen) an der Dynamik des Gesamtmarktes teilhaben

Zu ETFs habe ich bereits einen Artikel verfasst und solltet ihr Interesse an dem Thema haben, dann könnt ihr gerne den ausführlichen Artikel hier lesen.

Die Kurzfassung zu ETFs: ETFs sind Börsengehandelte Indexfonds (ETFs, Exchange Traded Funds) und helfen Dir bzw. deinen Enkelkindern dabei, langfristig mit Aktien Vermögen aufzubauen. Sie bilden Aktienlisten nach, sogenannte Indizes wie den Dax, den S&P 500, den technologielastigen NASDAQ 100 oder den Weltaktienindex MSCI World. Mit einem ETF erzielst Du genau so viel Rendite wie die breite Masse der Aktieninvestoren des jeweiligen Index. Genauso wie bei aktiv verwalteten Fonds gilt bei ETFs: Geld, das Du in ETFs investiert hast, ist Sondervermögen und ist bei Pleiten des ETF-Anbieters geschützt. Um Missverständnisse auszuschließen sei aber gesagt, dass das angelegte Geld den Schwankungen des Marktes unterliegt. Es ist daher auf einen langfristigen Anlagehorizont (+10 Jahre) zu achten um Phasen eines Wirtschaftsabschwungs auszusitzen.

Das Kinderdepot – Ich kaufe meinen Enkelkindern einen Korb voller Aktien

Jeder es kennt und macht es täglich, wöchentlich oder monatlich – Einkaufen. Wir gehen durch die Regale und greifen unbewusst zu etwas Vertrautem. Es gibt dutzende Marken die unserer Leben tagtäglich, schon seit der Kindheit, durch die Werbung geprägt haben.

Junge Familien, die gerade ihr erstes Kind bekommen, wollen natürlich bei der Babynahrung alles richtigmachen und greifen deshalb gerne zu Marken die mit ihrem eigenen Wort zum Produkt stehen. Die Kinder werden größer und die Zeiteinteilung der Eltern zwischen Job, Kita, Schule und Verein wird schwieriger. Gerne greift man da mal die eine oder andere Fertigbackmischung oder Fertigkochmischung aus dem Regal. Als die Nacht anbricht geht man ins Bett, richtig?! Nein, natürlich nicht! Das Zähneputzen mit Zahnpasta von bekannten Marken steht noch aus.

Das obenstehende Szenario zeigt sehr schlicht und einfach was wir im Alltag verkonsumieren und da zähle ich mich genauso dazu wie auch den Großteil der Bevölkerung. Mit dieser Erkenntnis stellt sich jedoch die Frage: Wie können wir das für das Kinderdepot einsetzen und eventuell auch noch einen Lerneffekt bei den kleinen erwirken? Ganz einfach: Mit einer monatliche Sparrate auf diese Unternehmen können, bei einem Broker deiner Wahl, Bruchstücke der Aktien gekauft werden. Somit zeigt man den Kids, dass Ihnen ein kleiner aber feiner Teil des Unternehmens gehört. Unternehmen im Bereich der Konsumgüter zahlen darüber hinaus meistens auch eine Dividende. Es zeigt den Enkeln, dass Aktien kein rotes Tuch sind, sondern eine langfristige Anlage in Unternehmen die einen Teil des Erfolges an die Eigentümer auszahlen.

Die Core-Satellite-Strategie – Falls es etwas mehr sein darf

Zusätzlich zu dem Kinder- oder Enkeldepot mit den Aktien aus dem Einkaufswagen kann man das Depot um einige kleinere risikoreichere Positionen ergänzen. Die sogenannten Wachstumsaktien setzen dabei i.d.R. nicht auf konstante Ausschüttungen in Form einer Dividende, sondern wachsen in ihrem Bereich konstant mit mehr als 10% p.a. (nach Peter Lynch ein Fast Grower).

Fazit

Ausgehend von einem monatlichen Sparziel für die Enkelkinder kann man sich für eine Variante entscheiden oder auch einige miteinander kombinieren. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass sich eine Sparrate unter 25€ in der Regel nicht lohnt.

Meinem Nachbarn empfehle ich ehrlicher Weise einen Mix (Portfolio) aus verschiedenen Anlageformen ähnlich wie ich es auch bei meinen eigenen Kindern mache. Den Artikel für die Geldanlage für Kinder findet ihr hier.

Die Hauptkomponente mit einer Gewichtung von 75% im Gesamtdepot bilden zwei ETFs die den breiten Markt wiederspiegeln. Zum einen empfehle ich hier den klassischen MSCI World ETF mit einer Gewichtung von ca. 55% sowie zum anderen einen Emerging Marktes ETF mit einer Gewichtung von ca. 20%. Einen guten Überblick zu ETFs bekommt man auf den Seiten von justETF – MSCI World ETFs bzw. justETF – Emerging Markets ETFs. Damit ist man passiv investiert und brauch das Marktgeschehen nicht weiter im Blick zu haben. Wichtig dabei ist, dass Geld nicht als Einmalanlage in den ETF zu geben, sondern lieber über einen längeren Zeitraum mehrmals nach zu kaufen. So wird das Risiko verringert bei einem zu hohen Kurs zu kaufen. Die beste Variante bietet ein Aktiensparplan.

Als weitere Komponente mit einer Gewichtung von ca. 15% lohnt sich der Blick auf Dividendenaktien um Kindern ein Gespür für Sparraten und gleichzeitigem Wachstum der Aktien sowie Gewinnausschüttungen zu vermitteln. Alternativ wäre es ein hübsches Geburtstagsgeschenk.

Den Abschluss, mit ca. 10% Anteil im Portfolio, bilden bei mir Genossenschaftsanteile. Sie stärken die lokale Wirtschaft und sind gut für unser Gemeinwohl. Die Dividende lohnt sich ebenfalls. Der einzige Hacken ist, dass man am Wertzuwachs des Unternehmens nicht mitverdient.